Auffangen und sicher ableiten Das Grundprinzip jeder Blitzschutzanlage

1 Äußerer Blitzschutz

Der äußere Blitzschutz („Blitzableiter“) besteht aus den Komponenten Fangeinrichtung – Ableitung – Erdungsanlage. Ziel des äußeren Blitzschutzes ist es, die Blitzströme sicher einzufangen und gefahrlos gegen Erde abzuleiten. Dadurch werden Schäden am geschützten Objekt vermieden sowie Menschen und Werte vor den Auswirkungen des Blitzstromes geschützt.

1.1 Fangeinrichtung

Die Fangeinrichtung hat die Aufgabe, den Blitzstrom außerhalb des Gebäudes zu fangen und auf mehrere Strompfade aufzuteilen. Kernelement sind die möglichst als Maschennetz verlegten Fangleitungen (Aluminium, Kupfer oder auch Edelstahl) sowie die senkrecht aufgestellten Fangeinrichtungen, die je nach Funktion als Spitzen oder Stangen errichtet werden. Die Fangsysteme schützen Dachaufbauten vor direktem Blitzeinschlag. Die Befestigung ist auf jeder Dachform und -art möglich.

Um den Blitzstrom von den in das Gebäude eingeführten Leitungen fernzuhalten, sind Trennungsabstände zu leitenden Teilen der baulichen Anlage und zu elektrischen Dachaufbauten erforderlich.

1.2 Ableitung

Die Ableitung sorgt dafür, den von der Fangeinrichtung aufgeteilten Blitzstrom vom Dach an der Wand herab Richtung Erdung zu leiten. In der Regel verlaufen Ableitungen gerade an der Gebäudewand oder längs eines Regenfallrohres. Auch hier werden wieder die Materialien Aluminium, Kupfer oder auch Edelstahl verwendet. Bei größeren Gebäuden, z.B. in Stahlbetonbauweise, können die Ableitungen auch in den Stahlbetonstützen verlegt werden. Ein gleichzeitig verbindendes und trennendes Element zwischen Ableitung und Erdungsanlage sind die Erdeinführungen am Übergang zwischen oberirdischem und dem unterirdischen Teil der Blitzschutzanlage.

1.3 Erdung

Die Erdungsanlage übernimmt die Aufgabe, den von den Ableitungen herangeführten Blitzstrom an das umliegende Erdreich großflächig zu verteilen. Hierdurch wird der Blitzstrom unschädlich gemacht.

Bei nachträglich eingebrachten Erdungsanlagen kommen Tiefenerder zum Einsatz. Tiefenerder sind Rundstäbe (Stahl verzinkt, Edelstahl oder auch Kupfer), die mit Maschinen senkrecht in die Erde getrieben werden. Zudem werden Erdleitungen im Erdreich verlegt (Kupfer, Edelstahl).

2 Fundamenterder

Bei Neubauten ist ein Fundamenterder Pflicht. Wir empfehlen, bei Errichtung des Fundamenterders bereits Anschlussleitungen aus Edelstahl an den Gebäudeecken und Regenfallrohren nach außen zu führen. Dies spart Kosten für den nachträglichen Einbau einer Erdungsanlage.

Fundamenterder müssen von einer Blitzschutz- oder Elektrofachkraft errichtet werden. Blitzstromtragfähige Leitungen aus Stahl werden vor dem Betonieren in Bodenplatte oder Fundamentstreifen eingelegt und in regelmäßigen Abständen mit der Armierung verbunden. Bei wasserundurchlässigem Beton oder Isolierung der Fundamente (Weiße Wanne, Schwarze Wanne) sind weitere Leitungen aus Edelstahl im Erdreich zu verlegen und mit den Funktionspotentialausgleichsleitern im Fundament zu verbinden.

Die Verlegung des Fundamenterders/Funktions­potential­ausgleichs­leiter muss vor dem Vergießen mit Beton fotografisch und zeichnerisch dokumentiert und mittels Widerstandsmessung auf Funktionstüchtigkeit überprüft werden.

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